LEITBILD DES KOLLEGIUM ALOISIANUM
(Wenn Personen angesprochen sind, ist die männliche und die weibliche Form zu lesen)
“ O.A.M.D.G. - Alles zur je größeren Ehre Gottes ”Hl. Ignatius von Loyola
„Bereitschaft zum Außergewöhnlichen“
ist die aus den Dokumenten zur Ignatianischen Pädagogik der Gesellschaft Jesu für die Lehrer und Erzieher entnommene Überschrift für das Leitbild unseres Gymnasiums am Freinberg als katholische Privatschule.
Dieses 1997 erstellte Leitbild wurde von Professoren und Erziehern des Aloisianum gemeinsam mit dem Vorstand des Schulvereines im Schuljahr 2006/07
überarbeitet und vom Vorstand am 28. September 2007 einstimmig beschlossen.
Das Leitbild ist richtungweisend für unser Handeln und soll Eltern und Schülern als Grundlage bei der Auswahl der Schule dienen.
“ Bei den Propheten heißt es: und alle werden Schüler Gottes sein. ”(Jo 6,45)
Inhalte
- Unser Selbstverständnis
- Unsere Schüler und ihre Eltern
- Unsere Bildungsziele
- Unterricht und Methoden
- Unsere Organisation und Struktur
- Unsere Mitarbeiter
Unser Selbstverständnis
Persönlichkeit zu bilden, Glauben zu stärken, Sinnzusammenhänge zu erkennen und Gemeinschaft zu fördern ist auf der bewährten Grundlage jesuitischer Erziehung der zentrale Zweck unseres Handelns.
- Schulzeit verstehen wir als einen wesentlichen Teil der Lebenszeit eines Menschen, in welcher es gilt, die Persönlichkeit zu entfalten, Inhalte und Werte zu klären und, im Glauben verankert, leben zu lernen. Schüler sollen in die Lage versetzt werden, eigenständig und eigenverantwortlich zu handeln, Sachkenntnisse zu erwerben und einzuordnen und gewonnene Überzeugungen zu vertreten.
- Jesuitische Erziehung stellt Jesus Christus als Vorbild menschlichen Lebens vor Augen und sucht durch Visionen zu begeistern. Bildung soll über die Schulbildung hinaus für die Welt öffnen, Sinnzusammenhänge verdeutlichen und Interesse für die Anliegen und Nöte der Menschheit vermitteln. Die Erfüllung unserer Aufgaben ist dahingehend zu orientieren, dass sie Persönlichkeit, Sinn und Gemeinsamkeit stiften und für den Dienst an den Menschen vorbereiten.
- Wir legen Wert auf den Respekt vor anderen Religionen sowie auf die Teilnahme am katholischen oder evangelischen Religionsunterricht. Alternativer Ethik-Unterricht oder eine Abmeldung vom Religionsunterricht sind nicht vorgesehen.
- Mittelpunkt unserer Arbeit ist es, den jungen Menschen zu begleiten, zu fordern und zu fördern.
- Zentrale Bedeutung in diesem Prozess haben unsere Dialogbereitschaft, die Offenheit und Toleranz in der Auseinandersetzung mit anderen sowie der höfliche und respektvolle Umgang miteinander.
- Die Achtung der Würde jedes Einzelnen ist uns wichtig. Schwächen und Fehler werden nicht ausgenützt oder nachgetragen.
- Das Anerkennen von Grenzen in der Erziehung, Konsens über Grundregeln des Zusammenlebens sowie konsequente Umsetzung des vorgegebenen Disziplin- und Ordnungsrahmens sind unser Anliegen. Wir halten uns alle an Abmachungen und nehmen bestehende Regeln ernst.
Unsere Schüler und Eltern
Im Wissen um unsere gegenseitige Verantwortung wollen wir die Persönlichkeitsentwicklung durch einen aktiven Dialog zwischen Lehrern, Erziehern, Schülern und Eltern fördern. In einem Klima der Geborgenheit wollen wir Raum schaffen für die Entfaltung der emotionalen und spirituellen Intelligenz.
- Förderkurse, „Schüler helfen Schülern“-Initiativen, Begabtenförderung u. a. verdeutlichen das indivi¬duelle Bemühen um den Einzelnen. Das Eingehen auf die Gefühle der Schüler ist unser Bestreben.
- Wir erwarten von unseren Schülern positive Arbeitshaltung und Leistungsbereitschaft.
- Gezielte Begleitung in überschaubaren Lerngruppen durch Lehrer und Erzieher sichert die Unterstützung individueller Entfaltung und ermöglicht Teamfähigkeit.
- Die sinnvoll und aktiv genützte Zeit in der Nachmittagsbetreuung trägt wesentlich zum Erfolg im Unterricht bei, fördert soziale Kompetenz und Teamfähigkeit und ist ein wichtiger Schritt zur Persönlichkeitsbildung.
- Schnelle, effektive und direkte Kommunikation bilden mit gezielten Beratungsangeboten wichtige Elemente einer guten, störungsfreien Beziehung. Dabei kommt neben Elternabenden vor allem dem gemeinsamen Gespräch mit Eltern und Schülern große Bedeutung zu.
- Religiöse, kulturelle und sportliche Angebote fördern die Gemeinschaft aller Beteiligten über die Schule hinaus. Gebet, Besinnung und Gottesdienste, Diskussionsforen, Theater, Konzerte, Ausstellungen, Reisen, Ferienwochen etc. bereichern und vertiefen die Ausbildungsjahre.
Unsere Bildungsziele
Profunde fachliche Ausbildung, die Fähigkeit in Zusammenhängen zu denken, auf Basis eines christlich-humanistischen Weltbildes eigene Wertmaßstäbe zu entwickeln und diese in Offenheit für andere Standpunkte zu vertreten.
- Die konsequente Förderung von fachlicher, personeller, spiritueller und sozialer Kompetenz, die den Einsatz für Glaube und Gerechtigkeit verbindet, ist ein lebendiges Anliegen.
- Bewusstes Erleben von Kommunikation und Kooperation führen zu einer Gesprächskultur, die gewaltfreie Konfliktlösungen ermöglicht.
- Die Schule soll zum Ort der Erfahrung für Weltoffenheit und Flexibilität werden. Diese sind Ausgangspunkt für die Bereitschaft zu multikulturellem und interreligiösem Denken und Handeln.
- Aktive Verantwortlichkeit für sich, und der Umwelt gegenüber bedeutet auch die ständige Arbeit an der Formung der eigenen Persönlichkeit. Kreativität, Beharrlichkeit und Ausdauer, Solidarität, Überzeugungskraft und die Fähigkeit zu Verinnerlichung und Reflexion aus dem Glauben sind zu fördern.
- Bestandteil des Unterrichts sind Projekte mit Partnern und Institutionen außerhalb der Schule, insbesondere mit der Wirtschaft, um den Wissenshorizont der Schülerinnen und Schüler zu erweitern bzw. fächerübergreifend erworbenes Wissen in der Praxis zu vertiefen.
Unterricht und Methoden
Unser Unterricht geht von einem ganzheitlichen Ansatz aus und fördert sowohl die persönliche Entwicklung als auch den selbstständigen Wissenserwerb jedes Einzelnen. Der Methodenkreis der jesuitischen Pädagogik gemeinsam mit dem Fachwissen der Lehrer und Erzieher, fachübergreifende Zusammenarbeit und die aktive Nutzung der bestehenden, auch weltweiten jesuitischen Netzwerke bilden dafür Grundlagen.
- Ganzheitlich bedeutet auch, das Umfeld besonders zu berücksichtigen und die Begleitung über die Verschulung zu stellen. Das fordert ein hohes Maß an Toleranz und Offenheit von allen Beteiligten.
- Der Methodenkreis (Kontext → Erfahrung → Reflexion → Handeln → Auswertung) stellt die systematische Grundlage für die inhaltliche Weiterentwicklung dar und sichert die methodische Kompetenz.
- Themenorientiertes, mehrere Unterrichtsgegenstände übergreifendes Arbeiten ermöglicht das Erarbeiten von unterschiedlichen Standpunkten und ist Ausgangspunkt für das aktive Entwickeln von Werten und gelebten Haltungen.
- Offenheit für moderne Technologien und verantwortungsvoller Umgang bereichern unseren Unterricht.
- Wir bekennen uns zur Einforderung von Leistung und sind um eine gerechte und faire Beurteilung bemüht.
- Eine ziel- und zweckorientierte Ausstattung sichert einen lebensnahen und modernen Unterricht.
Unsere Organisation und Struktur
Als lernende Organisation sind wir für Impulse, Anregungen und Informationen empfänglich und in der Lage, durch interne Entscheidungen auf externe Veränderungen zu antworten. Die Qualität unserer Leistungen bewerten wir durch systematische Überprüfung von Zielsetzungen und Ergebnissen.
- Zielorientiertes Denken und Handeln, das sich dem „magis“ verpflichtet weiß, fördert eine kontinuierliche Verbesserung der Organisation, der Leistungsprozesse und der Beziehungen aller Interessenspartner.
- Unter Qualität verstehen wir, das eigene Tun und die Wirksamkeit von Methoden und Verfahren gezielt zu hinterfragen und damit die Chance zum Lernen aus den Erfahrungen zu öffnen.
- Aktiv angewandte Selbstbewertungsmodelle bilden die Grundlage für systematisches Feedback und kontinuierliche Verbesserungsprozesse.
- Die Bereitschaft aller Interessenspartner zur zielgerechten Weiterentwicklung der Organisationsstruktur ist Voraussetzung für die Motivation jedes Einzelnen, an Verbesserungsprozessen mitzuwirken.
Unsere Mitarbeiter
Wir bekennen uns zu lebenslangem Lernen, kollegialer Offenheit sowie Teamfähigkeit und identifizieren uns mit den Zielen des Kollegium Aloisianum. So können wir an der gemeinsamen Aufgabe wachsen und „Menschen mit anderen und für andere“ sein.
- Die Bereitschaft zum Außergewöhnlichen wird auch im Engagement für Sonderprojekte sichtbar. Die Werte und Ziele des Kollegs versuchen wir als lebendiges Beispiel zu verkörpern.
- „Cura personalis“ - die Sorge um den Einzelnen bedeutet vor allem, schwachen Schülern zu helfen, gute zu fördern, sich Begabten verstärkt zuzuwenden und in Krisensituationen persönlichen und sachgerechten Beistand zu leisten. Die Reflexion innerer Erfahrungen ist notwendig, um auch andere beraten zu können.
- Mit den Herausforderungen Schritt zu halten, bedingt für alle Lehrer und Erzieher eine ständige fachliche und persönliche Weiterbildung und die Bereitschaft zur gemeinsamen Reflexion der Erziehungsarbeit.
- Persönliche Offenheit unterstützt das Ziel, im Team und als Team erfolgreich zu sein.




